Jagd

Irland – Jagd in den Highlands

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Gummistiefel, Flinte, Hunde, ein paar Patronen und ein großes Revier mit reichlich Schnepfen und Bekassinen. Dazu noch urtümliche irische Jäger, für die die Flintenjagd das Größte ist. Das sind die Zutaten für ein paar Tage herrlichen Jagens. Es ist angerichtet, es gibt feinste irische Flintenjagd.

„LOS GEHT’S!“, SAGT CONOR, DER IRISCHE Jagdführer. „Du stellst dich an die Ecke, Heribert geht auf die Schneise in der Mitte. Ich gehe mit den Hunden durch, drehe eine Runde und wenn ich bei dir vorbeikomme, flügelst du vor.“ Schon bin ich aus dem Auto bugsiert und stehe vor einem zwei Hektar großen Fichtenwäldchen, durch dessen Mitte ein Bach fließt. Schnepfenland! Conor braust mit dem Auto davon, stellt es am Straßenrand ab und legt seinen zwei Springer Spaniels die Warnhalsungen an. Als ich um die Ecke biege, sehe ich noch, wie Heribert sich in die Dickung einschiebt. Conor ist kein Freund langer Einweisungen, er drückt auf die Tube.

Also beeile ich mich, um schnell genug an die annoncierte Ecke des Wäldchens zu kommen und suche mir einen geeigneten Platz. Kaum dass ich die Flinte gestopft habe, katapultiert sich eine Schnepfe aus dem Bestand und fliegt mir schaukelnd entgegen. Erster Schuss vorbei, den zweiten weiter vorgehalten und der Vogel mit dem langen Gesicht kippt ins Gras. Als ich nachlade, stößt die zweite Schnepfe aus dem Bestand und empfiehlt sich zur anderen Seite. Dann knallt es bei Heribert, zweimal, dreimal. Schnepfen sind also da, denn je nach Großwetterlage unterscheidet sich das Vorkommen. Dabei muss man aber relativierend sagen, dass es ohnehin viele Lagerschnepfen gibt. An einem guten Tag kann man pro Jäger durchaus zehn Schnepfen erbeuten. Besonders gute Schützen haben auch schon mehr Beute gemacht.

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Wald oder Wiese?

Von Tag zu Tag ist es verschieden, wo man auf die meisten Schnepfen stößt, erklärt Conor. An manchen Tagen sind sie verteilt, an anderen findet man sie in hoher Zahl in kleinen Wäldchen, wo sie sich anscheinend zum nächtlichen Weiterflug sammeln. Dann sind sie wieder vermehrt in Wiesen zu finden, die immer von kleinen Hecken gesäumt sind, in denen die Schnepfen lagern. Nachdem wir also mit dem Fichtenwäldchen begonnen haben, wollen wir jetzt einen größeren Wiesenkomplex bejagen und dort buschieren.

Conor hat eine breite Hecke auserkoren, Heribert und ich flügeln seitlich. Jetzt kommt nur ein Springer Spaniel zum Einsatz, was dem zweiten Hund, der in der Hundebox bleiben muss, sichtlich missfällt. So ein Hundeleben … Schon taucht der Rüde in dichte Rhododendronbüsche ein, die in Straßennähe ein Bächlein säumen. Wir sind noch gar nicht richtig gestartet, da kriegt der Rüde den Fang kaum vom Boden hoch, zieht nach und steht bombenfest vor. Conor geht langsam ran, die Schnepfe steigt auf, streicht bei Heribert raus und kippt 30 Meter weiter aus der Luft. Wunderbar!

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Jagen in Irland

Nicht nur Schnepfen und Bekassinen kommen in diesem Jagdgebiet am Rande des Killarney Nationalparks reichlich vor (Jagdzeit für Schnepfenvögel zwischen November und Januar), sondern auch Sikawild. In den Monaten September und Oktober herrscht Brunft und man erlebt spannende Pirschgänge auf die suchenden Hirsche. Die Wilddichte ist hoch, die „Schwarzen Teufel“, wie die Sikas auch genannt werden, kämpfen auf Brunftplätzen um die Gunst der Damenwelt. Man kann wahlweise hoch in die Berge steigen auf der Suche nach Hirschen, aber auch in den tieferen Lagen jagen, wenn man nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist. Die Jagd auf Sikahirsche in diesem Jagdgebiet ist eine besondere Delikatesse, die, ebenso wie die beschriebene Flintenjagd, von Alexander Winter Jagdreisen (www.jagdreisen.biz) vermittelt wird.

Waffen können mitgenommen werden nach vorheriger Anmeldung, ebenso besteht die Möglichkeit mit Leihwaffen zu jagen. Wettermäßig kann man sich darauf verlassen, dass man innerhalb eines Tages die komplette Bandbreite an Wetterlagen erleben kann. Aber wie heißt es in Irland so treffend: Wenn Ihnen das Wetter nicht gefällt, dann warten Sie halt noch zehn Minuten. Ein Muss bei der Ausrüstung sind deshalb Gummistiefel.

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Fotos: Bernd Kamphuis, Sven-Erik Arndt, John Mangan

Jagdzeit AG

Jagdzeit International Das Buchjournal mit den schönsten Seiten der Jagd www.jagdzeit.com

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